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Etwas haben wir vorzuweisen, was man weder auf dem prunkvollen Nienstedtener Friedhof findet noch in der Nekropolis Ohlsdorf: die Menhire. Gewaltige Granitblöcke, die schon vor zwei- bis dreitausend Jahren die Grabanlagen chaukischer, bardischer oder obotritischer Stämme abstützten und zudeckten. Als man in wilhel- minischer Zeit die Altonaer Exerzierplätze anlegte, wurden die stattlichen Hünengräber zerstört. Einen Teil der Menhire sprengte man, um sie beim Brückenbau der Altona-Blankeneser Eisenbahn zu verwenden. Andere lagen in der Umgegend umher, zum Beispiel am Hungerkamp und Hungerberg, auf dem die Groß Flottbeker ihren Friedhof errichteten. Mit viel Kraft, Ausdauer und Geschick wurden die Hünen-Steine bloßgelegt, aus- gegraben und im Bezirk des neuen Friedhofes wieder aufgestellt, wo sie nun nicht mehr Kultfunktion für Widu und Wotan haben, sondern ihr ehernes Wächteramt im Namen und Geist Jesu Christi versehen. Ungemeinn ausdrucksvoll sind diese Findlinge, die “bis ans Ende der Welt im Namen der Gottheit bestehen” (Otto Ernst). |
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Ja, lieber Herr Wessling (der inzwischen selbst Widu und Wotan begegnet sein dürfte...), da hat der Herr Ernst die Situation wohl besser erfasst als Sie: Es ist sicher nicht im Geist Jesu Christi, die Grabanlagen der Vorfahren zu zerstören und deren Bestandteile christlich zu recyclen, sondern eher im Geist einer arroganten Staatskirche... Das wäre doch mal eine schöne Aufgabe für die Zukunft: Fremdartige Kulturen auch dann gelten zu lassen, wenn sie 5.000 Jahre - oder 5.000 Kilometer - entfernt liegen! |